Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, spricht auf dem Neujahrsempfang der Stadt Leimen am 4. Februar 2019

Am 4. Februar gab der OB der Stadt Leimen (27.000 Einwohner) in der dortigen wunderschönen Jugendstil-Festhalle einen Neujahrsempfang, zu dem auch die AfD-Sprecher eingeladen waren. Geht doch. Bei der letzten BTW erreichten wir in Leimen über 17%.

Die vollgefüllte Halle empfing uns mit Nabu-Tierschutz-Demonstranten vor der Tür, nanu? Naja, die Bundeslandwirtschaftsministerin war angekündigt.

Nach der musikalischen Einleitung durch ein Streichorchester der städtischen Musikschule hielt OB Hans D. Reinwald den gebührenden Jahresrückblick. War es dem gut bürgerlichen Publikum zu verdanken oder seinem Bewusstsein über die Stimmung in der von vielen Rußlanddeutschen bewohnten Stadt, er bot eine erfreulich parteineutrale Rede. Geht doch! Dass er daneben aber auch den von der ach so bösen Menschheit geschundenen Planeten bedauerte, warf angesichts des unmittelbaren Blickes auf den florierenden Großsteuerzahler Heidelcement schon Stirnrunzeln hervor. Er jedenfalls versprach der Erde baldige Besserung.

Den eigentlichen Festvortrag hatte Julia Klöckner zu halten, die an diesem Tag von Bad Kreuznach über Worms und Leimen nach Bayern unterwegs war. Einen fraulichen Charme sollte ihr keiner absprechen, aber würde sie den sonstigen CDU-Sprech mit Inhalten füllen wollen und können?

Scheinbar wollten das auch die gut 400 anderen Besucher wissen, und so kehrte nach geschickt eisbrechendem Anfang schnell aufmerksame Ruhe ein. Man spürte, die Dame wollte tatsächlich etwas sagen.

Die sprach nämlich handfest und authentisch von unseren Werten, von Heimat, von Tradition, von Erziehung, von Elternpflichten, von Migrantenpflichten, von Kopftuchverboten, von den Leistungen der modernen Landwirtschaft und erntete natürlich hier sofort die wilden Protestrufe der anwesenden Tierschützer.

Ihr souveräner Ruf nach gegenseitigem Respekt und Toleranz stellte aber auch ohne Ordnereinsatz den Hallenfrieden schnell sicher.

„Einen fröhlichen Patriotismus ohne herabwürdigenden Nationalismus“ so definierte sie ihre politische Kernbotschaft. Dass sie das ohne herabwürdigende Bemerkungen gegen andere Parteien verkündete, brachte ihr am Ende den verdienten vollen Applaus ein, auch den unsrigen. Möglicherweise hat sie ihre Rede auch nach Lesen des AfD-Programmes geschrieben. Es gibt also Partner im konservativen Bereich des Spektrums. Geht doch!